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Taverne: Zur gehängten Minzkatze

29.10.2013

Taverne: Zur gehängten Minzkatze

An Herrn General Armand Ketar

 

Pataras zum Gruße mein hochverehrter Herr General. Wir schreiben den 26. Tag des 10. Mondes im Jahre 712 nach Johann Bertram von Tosak.

Ich hoffe, dass euch mein Brief erhalten hat, der die Begebenheiten im Lande Takara bereits geschildert hat. Nun kann ich mir Dank einer kurzen Rast in einer Taverne zu eurer Depesche, die mich in Takara erreichte, Stellung nehmen und von den Ereignissen der letzten Wochen und des heutigen Tages berichten.

Zu eurem Sendschreiben:

Zuerst muss ich ein furchtbares Missverständnis richtig stellen: Verzeiht meine unklare Formulierung, aber Soldat Milton Jarson ist nicht tot. Er eskortiert den Gefangenen Insigniel nach Tosak um ihn Josef Kyrali vorzuführen.

Als Beweis von Reue und Treue für meine letzten Frevel möchte ich mein Blut für euch vergießen und die Verbindung zu euch herstellen, von der ihr schriebt. Ich gab bereits dem Herrn Leutnant einen für mich persönlich wertvollen Gegenstand und hoffe, dass meine Bindung an ihn hinreichend groß ist für den Zauber.

Nach einem Gespräch mit dem Medikus Ulman Armenstein und Leutnant Hazle wäre ein Transport der notwendigen Blutmenge zwar möglich, aber zu gefährlich für die Einheit: Würde das Paket mit meinem Blut abgefangen werden, könnte es für schändliche Zwecke und schwarze Magie missbraucht werden und die Mission gefährden. Der Leutnant ordnete heute eine Rückkehr nach Tosak an, und bei dieser Gelegenheit werde ich die Spende gerne in der geliebten Heimat vornehmen. Ich hoffe dies ist auch in eurem Sinne mein Herr General.

Er nahm auf der letzten Waffenübung auch die von euch gewünschte Beförderung meiner Person in den Offiziersgrad Leutnant in Ausbildung vor. Ich nahm diese Ehre unter der Voraussetzung an, mich ihr hoffentlich würdig zu erweisen, ansonsten möge mir Strafe oder Tod zuteil werden. Ich werde des Weiteren euren Rat im letzten Brief beherzigen und das Maß meiner „Ehrerbietung“ euch gegenüber auf ein hinreichendes Maß reduzieren und stärker meine Meinung vertreten.

In diesem Sinne würde ich gerne den Herrn Leutnant Zorjan Hazle für den Orden des Mutes vorschlagen für seinen Rettungsversuch gefangener Kameraden im Lande Takara. Er ersuchte verletzt und geschunden, aber mit stählernem Herz das Schlachtfeld und stand trotzig einer schieren Übermacht gegenüber – ohne zu weichen. Eine Verleihung könnte ich als Dienstgradnächster auf der Reise vornehmen, oder Ihr wünscht die Verleihung persönlich in Tosak vorzunehmen, wenn wir in einigen Wochen zurückgekehrt sind.

Erwähnenswert ist vielleicht noch, dass ich in Takara einen Silberbarren erworben und am heutigen Tage einen Silberklumpen erhalten habe. Beide würde ich gerne von Samuel Finch zu einer versilberten Waffe schmieden lassen, um den vielen Monstern und magischen Bestien Herr zu werden, denen unser Trupp auf der Reise immer wieder begegnet. Leutnant Hazle und Diplomat Flumen befinden sich noch im Disput, wie das Silber wohl am weisesten genutzt werden soll.

Das von mir und Soldat Erzhammer erworbene Gold aus Takara wurde bereits vollständig der Soldkasse überführt, lediglich Soldat Celan Turmherr, dessen Nachname ihm vom Leutnant nach seinen Taten in Gallita verliehen wurde, hat noch seinen Anteil der Kasse zu überführen.

Leutnant Hazle hat des Weiteren angeordnet, dass jedwede Post in die Heimat zur Einsicht vor dem Abschicken ihm vorgelegt werden muss und gegebenenfalls editiert wird. Ich sehe dieses Vorgehen als berechtigt, da dieses den Umgang mit militärisch- und diplomatisch sensiblen Informationen wohlüberlegter gestaltet.

Nun zu den Ereignissen des heutigen Tages:

Wie ich bereits erwähnte, wendet sich unsere Reise ab morgen wieder der Heimat Tosak zu. Dies tun wir, da sich der steckbrieflich gesuchte Vin Kyrali in unserem Gewahrsam befindet. Wir trafen ihn auf der Durchreise bei einer Taverne an und der Leutnant „überzeugte“ ihn, sich kampflos dem Trupp anzuschließen und zu Josef Kyrali zu reisen, dem Herrn Insigniel hinterher.

Doch war der heutige Tag, der 26. Tag des 10. Monats des Jahres 712 nach Johann Bertram von Tosak, keiner, wie er sonst einem Wanderer tagtäglich widerfährt. Im Rahmen meiner Ausbildung zum Leutnant übergab mir der Leutnant auf der Reise zur Mittagszeit das Kommando für den Rest des Tages. Bei einer Waldpassage waren wir Waldgeistern ausgesetzt, die uns ohne Diskussion in einer Nadelstichtaktik angriffen. Sie waren hauptsächlich mit Bögen bewaffnet und schickten gelegentlich einen Hünen mit Speerlanze zum Nahkampf heran. Die Angriffe wurden immer unvorhersehbarer, und die Waldgeister verschwanden teilweise nach einzelnen Pfeilschüssen im Nichts. So kämpften wir uns unter meinem Kommando in defensiver Vorgehensweise, mit zerstörten Schilden und dem von Pfeiltreffern verwundeten Leutnant zu einer nahen Taverne vor.

Doch erwartete uns in dieser keine warme Mahlzeit. Noch bevor wir unsere Wunden vernünftig versorgen konnten, zeigten alle Gäste des Gasthauses verschiedenste Symptome einer Krankheit. Leutnant Hazle verlor sein komplettes Gedächtnis bis zum Abend. Weibel Lormi Erdfeuer erlag einem neurotischem Sauberkeitsdrang, Soldat Alvis Erzhammer übte sich in einer für einen Tosaker Soldaten sehr delikaten Form der Schizophrenie und Soldat Ulman Armenstein hatte ein manisches Verlangen nach Äpfeln. Ich hatte eine widerwärtige Form von Pazifismus und versuchte dranghaft Konflikte ohne Gewalt zu beenden. Dies schränkte so manche schwierige Situation im Laufe des Nachmittags ein, und viele Stunden gingen nur damit zu, die aufeinandertreffenden Krankheitssymptome zu kontrollieren.

Eine extreme Situation fiel mir zu. Soldat Armenstein spaltete mir das Scrotum mit einem Langmesser, nachdem ihm in seinem Wahn mehrfach von Weibel Erdfeuer gesagt wurde, in meiner Bruche befände sich ein Apfel. Die „Verletzung“ wurde glücklicherweise sofort von Vin Kyrali versorgt, der sich bis dahin noch als Don Marco ausgab.

In der Herberge gab es den Arbeitsplatz eines ehemaligen Schwarzmagiers, und je nach aktuellem Stand der Krankheitssymptome wurden dessen Habseligkeiten und Schriften durchgearbeitet. Soldat Armenstein verordnete mir als Medikus die Einnahme eines beruhigenden Rauchkrautes, das zwar zu einer kurzzeitigen „Unzurechnungsfähigkeit“ meinerseits führte, aber danach mein Problem mit Konflikten beseitigte.

Eine zweite Welle von Krankheiten zwang Soldat Armenstein eine Phobie vor der Farbe grün auf, Soldat Erzhammer einen Verfolgungswahn, mir eine Sprachstörung und Leutnant Hazle eine Phobie vor Bäumen und Enten. Im späten Nachmittag spaltete ich einen Expeditionstrupp aus Leutnant Hazle und Weibel Erdfeuer ab (Auf Anraten des Leutnants) und schickte ihn in den Wald auf Kräutersuche für ein Heilmittel, während ich bei der Herberge mit den beiden Soldaten verblieb zur Literaturrecherche und Kontrolle der lokalen Situation. Diese verschlechterte sich zusehends, da allen Ortsansässigen schimmelartiger Flaum am Körper, tendenziell zunehmend wuchs. Trotz der schwierigen Situation behielt Soldat Erzhammer bei der Dechiffrierung eines verschlüsselten Textes einen kühlen Kopf, gerade für eine Zwergen und Ulman Armenstein überblickte die unzähligen Pergamente und entschärfte die Fallen in den Truhen des Schwarzmagiers.

Schließlich fanden wir in den Notizen des Schwarzmagiers eine Möglichkeit einen Dämon mittels eines Rituals anzurufen. Ohne auf das Gedächtnis des magisch versierten Leutnants bauen zu können, ordnete ich das Ritual an und führte die Vorbereitungen mit Soldat Armenstein und einer Bibliothekarin durch, die in der Taverne zu Gast war. Ich hielt vor der Anrufung noch eine Messe für Pataras ab, um uns Kraft und Mut zu spenden.

Wir beschworen den Dämon, und er wählte mich, um seinen Zorn zu entladen. Ohne Tosaker Schild wehrte ich nahezu alle seiner Hiebe ab und lenkte seine Aufmerksamkeit auf mich, während die Übrigen ihm in Rücken und Seite schlugen. Nachdem wir ihn bezwangen verschwand er spurlos – doch nicht unsere Krankheitsleiden und Schimmelauswüchse.

Eine Vision, die der Leutnant und ich von Pataras hatten bewog uns, den Dämon erneut herauszufordern. Erneut wurde der Dämon gerufen, und erneut lenkte ich seine Aufmerksamkeit auf mich (Gestärkt durch einen Schutzzauber des Leutnants). Als wir ihn wieder schlugen, führte uns ein magisches Licht zu einem Pilz, dessen Sporen unsere Krankheiten verursachten. Die Eitergefüllten Blasen im Stamm des Pilzes waren schließlich das Heilmittel unserer Gebrechen und Krankheiten. Ich nahm noch ein langes Stück des Nervenstrangs an mich zur näheren Untersuchung durch Rekrut Rowin Elkensen.

Am Abend führte ich die militärische Rechtsprechung durch bezüglich des Vorfalls mit Ulman Armenstein. Die Anklage lautete: Gewalt an einem Kameraden. Im Zuge meiner Recherchen, Zeugenaussagen und medizinischer Fachmeinungen befand ich Ulman Armenstein für nicht zurechnungsfähig aufgrund seiner Manie und damit für nicht schuldfähig.

Weibel Lormi Erdfeuer wurde im Zuge der Recherche der Anstifterei zur Gewalt an einem Kameraden angeklagt und für bedingt zurechnungsfähig und damit schuldig befunden. Das Strafmaß verkünde ich zur nächsten Waffenübung nach reichlicher Überlegung. Die Strafe die ich momentan im Sinn habe, wird Weibel Erdfeuer an die wahren Werte von Kameradschaftlichem Denken und Handeln erinnern.

Mit ehrerbietendsten Grüßen

Girion Grenzherr
Leutnant in Ausbildung des Tosaker Heeres
Im Dienste ihrer erlauchten Komtess Sophie von Tosak, rechtmäßige Erbin 
der Regentschaft der Grafschaft Tosak

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